Janus-Strategie

Janus-Strategie

Die Strategie für die Web-Präsenz richtet man nach zwei Seiten aus. Einmal mit Blick auf den Besucher, der sich auf den Seiten gut zurecht finden soll. Der passende Begriff dazu ist die "Usability". Mit zufriedenen Besuchern erhöht man die Konversionsraten des Web-Auftritts.

Das andere Gesicht der Strategie ist auf die Robots der Suchmaschinen gerichtet. Die sollen Ihre Seite bestmöglich indexieren und in den Ergebnissen listen. Das bezeichnet man als Findability. Was nutzt die schönste Präsenz für den Besucher, wenn kein Mensch sie findet?

Und ein Mensch findet die Webseiten vor allem dann, wenn ein Suchrobot sie gefunden hat. Der speist die Fundstellen in eine Datenbank ein, die sie als Treffer einer "Suchmaschine" im WWW bereit stellt. Die bekannteste und leistungsfähigste ist Google.[1] Etwa 80 Prozent der Surfer suchen ihre Informationen im Internet über Suchmaschinen. An die relevanten Seiten liefert die Suchmaschine kostenlos Besucher. Mit der Realisierung ein und derselben Präsenz schaut man also in zwei Richtungen.

Und wie ist es zu dieser schizophrenen Entwicklung gekommen? Es fing damit an, dass der Wissenschaftler Tim Berners-Lee über die vernetzten Computer im CERN (Schweiz) Informationen mit Kollegen austauschen will. Auf beiden Seiten der Kommunikation sind also Computer. Im Netzwerk ist es einfacher, nur minimale Datenpakete über die Leitung zu schicken. Am empfangenden Rechner macht ein Programm daraus wieder Texte, Bilder, Videos oder Ton. Für die Programmanweisungen hat Berners-Lee eine Sprache erfunden - HTML. Zu Weihnachten 1990 schickt er mit dem Protokoll die erste Karte.

In der Analogie zum Radioempfang ist die Prozedur leichter zu verstehen. Die Robots der Suchmaschinen lesen nur die Schwingungen (Programmanweisungen) aus. Sie hören nicht die Musik. Der Surfer aber sieht das aus den Anweisungen dargestellte Ergebnis (die Internet Seiten) und eben nicht den Datenstrom. Er hört die Musik.Janus-Strategie

Das ist das Aufgabenfeld der Janus-Strategie. Mit den Suchmaschinen zieht der Webmaster an einem Strang. Beide wollen, dass der Surfer möglichst schnell die guten Seiten findet. Der Suchmaschinen-Jargon fasst das mit einem Begriff zusammen: Relevanz. Schnell zu finden sind die Seiten, wenn die Robots genug Datenmaterial für den Index bekommen und gut sind die Seiten, wenn der Besucher sich darauf zurechtfindet.

Aus diesen Sichtweisen resultieren Anforderungen für die Realisierung im Internet. Die Janus-Strategie definiert Aktionen, mit denen eine Web-Präsenz konkret in beide Richtungen fortentwickelt wird. (Bild: Janus-Strategie) Ein Teil der Festlegungen und Arbeiten bezieht sich auf die sichtbaren Seiten des Internet - auf das World Wide Web. Die anderen Realisierungen auf dem Internet, wie Email, News, Chats ... lassen sich ebenfalls in die Janus-Strategie einbeziehen. Neben dem Email-Dienst sind die anderen Realisierungen im Handel zur Zeit weniger relevant.[2]



[1] Die Funktionsweise von Suchmaschinen wird in meinem kostenlosen Marketingkurs erläutert, konkret an dieser Stelle: http://tilo.hildebrandt.googlepages.com/suchmaschinefunktionsweise

[2] Das WWW ist nur ein Dienst auf dem Internet. Viele Realisierungen und Programme bewegen sich unterhalb dieser Ebene, z. B. auch die Suchmaschinen.