Zahlungssysteme und Risikoaversion

Zahlungssysteme

Wir haben in einem anderen Kapitel verschiedene Zahlungssysteme besprochen und sie nach der Art der Risikoübernahme klassifiziert. Bei einer Vorauskasse trägt der Käufer das Risiko der Erfüllung des Geschäftes. Ein Verkauf gegen offene Rechnung beläßt das Zahlungsrisiko beim Verkäufer. Dazwischen gibt es Verfahren, bei denen das Risiko verteilt oder auf einen Dritten verlagert wird. Beispielsweise sind die Zahlungen über die Telefonrechnung oder über ein Treuhandkonto solche Varianten.

Die Einschätzung des Risikos ist subjektiv. Es ist die persönliche Bewertung darüber, ob ein ZahlungsrisikenHandel erfolgreich bis zum Ende abgewickelt wird. Das Ende ist der Tausch von Leistung gegen Zahlung. Wie wir an dieser Definition sehen, sind beide Parteien, der Käufer und der Verkäufer mit ihren eigenen Einschätzungen beteiligt. Deshalb müssen wir die Interessen beider berücksichtigen. Sie hängen wiederum sehr davon ab, ob die Partner sich vertrauen.

Für die Akzeptanz von Vereinbarungen zur Zahlung unterscheiden wir folgende Varianten:

  1. Sich gegenseitig vertrauende Partner, z.B. Wirtschaftsunternehmen, die sich aus jahrelanger Geschäftsbeziehung kennen oder Behörden, die über eine gemeinsame Aufsichtsstelle Informationen zur Bonität austauschen können.
  2. Ein vertrauter Partner und ein unbekannter, z.B. ein bekanntes Handelsunternehmen und ein unbekannter Käufer; ein Konzern und ein kleiner, unbekannter Verkäufer.
  3. Zwei unbekannte Partner, z.B. ein kleines Handelsunternehmen und ein neuer Kunde; zwei Privatpersonen, die sich bei einer Internet Auktion oder in einem der Abertausend kleinen Internet Shops treffen.

Die erste Variante stellt die geringsten Anforderungen an die Organisation des Kaufprozesses. Der Verkäufer erbringt in der Regel die Leistung zuerst und gewährt damit einen Lieferantenkredit bis zur Zahlung. Die Zahlung erfolgt meist per Überweisung.

AnhangGröße
PDF icon risikomanagement.pdf0 Bytes